Belgian Art & Diplomacy

 

 
Der Internationale Museumstag (IMD)

Das Thema des IMD2021 ist 'Die Zukunft der Museen: Recover and Recreate'.

Obwohl der FÖD Auswärtige Angelegenheiten kein Museum ist, verwalten wir eine öffentliche Kunstsammlung.

Am 18. Mai zeigen wir einige Videos, während die Restauratorin Christine De Wilde einige der Kunstwerke aus unserer Sammlung behandelt. Wenn Kunstwerke das Kunstdepot in Brüssel passieren, prüfen wir, ob eine Behandlung notwendig ist. Wenn ein Kunstwerk in einer belgischen Mission im Ausland eine Behandlung benötigt, arbeiten wir gerne mit lokalen Restauratoren und Institutionen zusammen. Ein Beispiel ist die kürzliche Restaurierung eines Gemäldes durch einen Restaurator des Benaki-Museums in Athen. 

Besonderer Dank gilt Christine De Wilde und dem Fotografen Gert Cools und dem Social Media Team Belgian Art & Diplomacy für das Bildmaterial. 

 

Foto von Bright Future auf dem Titelblatt der Publikation über die belgische Ständigen Vertretung bei der NATO

Bright Future

Die Fotos Bright Future und Memory of a Trip to Nowhere von Tom Woestenborghs kamen 2020 aus der belgischen Botschaft in Washington zurück und zieren seitdem die Wand im belgischen Ständigen Vertretung bei der NATO. Die Fotos könnten keinen besseren Platz finden. Warum? Weil:

Die North Atlantic Treaty Organization, kurz NATO, wurde am 4. April 1949 durch den "Washingtoner Vertrag" gegründet. 

Die NATO ist ein politisch-militärisches Bündnis, das auf der kollektiven Verteidigung der Bündnispartner beruht und darauf abzielt, Konflikte zu verhindern und Frieden und Sicherheit zu erhalten. Das Bündnis passt sich ständig an den sich verändernden internationalen Sicherheitskontext und die Bedrohungen an. Neben der militärischen Abschreckung und Verteidigung gehören auch nicht-militärische Instrumente zu ihrem Instrumentarium. 

Seit 2017 ist die NATO in einem neuen Hauptquartier in Brüssel untergebracht, das sich auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Haren befindet. Das Gebäude ist als gefaltete Hand konzipiert, als Zeichen der Zusammenarbeit. Auf einem der Finger befindet sich die belgische Ständigen Vertretung, daneben die amerikanische. 

Waffen, Heldentribute und Heldenporträts in den Arbeiten Tom Woestenborghs auf verweisen auf die Tatsache, dass die Menschen seit 4000 Jahren darauf programmiert sind, Eroberer oder Soldaten zu sein. Seiner Meinung nach sind Waffen Werkzeuge, die eine Illusion von Macht vermitteln. Er versteht sich als Zuschauer und schafft seine Bilder als Reflexionen über die Welt, die er anderen präsentiert, er dringt sozusagen in ihr Territorium ein. „Kunst ist eine Frage von Leben und Tod. Das mag melodramatisch sein, aber es ist auch wahr.“ Diese Aussage von Bruce Neuman lädt im Zusammenhang mit der NATO zu einem Gespräch ein.

Indem wir das Foto von Bright Future auf dem Titelblatt der Publikation über die belgische Ständigen Vertretung bei der NATO platzieren, laden wir zu Neugierde, Offenheit und Dialog ein. Das voraussichtliche Datum der Veröffentlichung ist der 11. Oktober, der Tag, an dem 1967 das NATO-Hauptquartier nach London und Paris nach Brüssel kam.

 

Bild des Kunstwerks Die Umarmung
 

Die Umarmung

Am Internationalen Frauentag stellen wir The Embrace von Elke Andreas Boon in den Mittelpunkt. Boon schuf 2014 dieses Werk, in dem sich eineiige Zwillinge umarmen. Im Jahr 2021 wirkt diese tröstende Geste eher bedrohlich. Dieses Foto drückt die Hoffnung auf eine Zukunft aus, in der wir uns wieder gegenseitig umarmen können. Und es ist auch ein schönes Bild der "Schwesternschaft" und der menschlichen Solidarität. Das Werk wird im neuen VIP-Speisesaal im Hauptgebäude in Brüssel ausgestellt und wird ebenso wie das Kunstwerk von Charlotte Beaudry in die Publikation Unsichbar über Künstlerinnen des XXI. Jahrhunderts in der Kunstsammlung des FPS aufgenommen. Der voraussichtliche Veröffentlichungstermin ist der 11.11.2021, der belgische Frauentag.
 

Cover der Publikation Unsichbar   

 

#Showcase1 - Warre Mulder

Im Haupteingang des belgischen Außenministeriums in Brüssel wurden kürzlich zwei Vitrinen installiert. Hier werden Kunstwerke ausgestellt. Die ersten Skulpturen sind von Warre Mulder.
 

 
Canned energy freedom wizard (Dosen-Energie-Freiheitszauberer)

Diese Figur ist in ein blaues Gewand gekleidet. An der Stelle des Gesichts befindet sich eine dunkle Leere, die die Figur wie einen Geist aussehen lässt. Das Gewand verweist auf eine spirituelle Tradition, sich in ein Gewand zu hüllen. Die Schale über dem hohlen Gesicht erweckt den Eindruck, dass die Figur trinken will. Als ob das Trinken einer Art Zaubertrank die Leere, die die Figur erlebt, füllen würde.

Doe nog maar een rondje (Noch eine Runde drehen)

Die zweite Skulptur ist inspiriert von einem Bild von Pablo Picasso, Kleines Mädchen, das Seil springt. Mehrere Verweise auf zyklische Bewegung sind vorhanden: das Springseil, die Schleifen auf dem Sockel, die Füße des Mädchens in Kohle. Durch diese zyklische Bewegung symbolisiert die Skulptur eine neue Generation, die eine weitere Runde dreht.

An den nahegelegenen Konsularschaltern befinden sich zwei weitere Skulpturen dieses Künstlers, die von der Straße aus sichtbar und nachts beleuchtet sind.

It takes spirit to know how to dance, it takes a monkey to get into trance
(Es braucht Geist, um zu wissen, wie man tanzt, es braucht einen Affen, um in Trance zu geraten)

Lamassu, de melodie gaat verder (Lamassu, die Melodie geht weiter.)

Diese Skulpturen sind in einem völlig anderen Stil gehalten.  Mulders Figuren sind oft bunt und aus einer spielerischen Kombination aller möglichen Formen, Materialien und Techniken gebaut. Sie haben etwas Erkennbares und auch etwas Absurdes. Er lässt sich von vielen Quellen in verschiedenen Kulturen inspirieren, von prähistorischen Felsmalereien über geometrische Motive aus afrikanischen Kulturen bis hin zu Kinderspielzeug. Die Arbeiten erwecken den Eindruck, sie könnten überall auf der Welt entstanden sein. Mulder selbst arbeitet von seinen Ateliers in Zeeland und Antwerpen aus. Er wurde 1984 geboren und hat sein Studium an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Antwerpen abgeschlossen.

 

POSTPONED:
Symposium Belgische und niederländische Botschaftsgebäude: Vielschichtige Projekte der Repräsentation

Aufgrund der Pandemie wurde dieses Symposium zum zweiten Mal verschoben.

Ein neuer Termin wird so schnell wie möglich bekannt gegeben.
 

Poster Belgian and Dutch Embassy Buildings

Mehr Informationen:
http://www.belgiananddutchembassybuildings.be

 

Belgian Art & Diplomacy

Kunst und Diplomatie sind in den Köpfen der Menschen nicht sofort miteinander verbunden. Die Welt der Diplomatie ist eine Welt des Konsenses und des Kompromisses, der protokollarischen Regeln und der gesetzlichen Rahmenbedingungen, des Glättens von Dingen und des diskreten Handelns. Kunst und Künstler hingegen haben ein eher rebellisches oder konträres Image oder werden zumindest als kritisch und hinterfragend gesehen. Sie schrecken nicht davor zurück, Autoritäten herauszufordern und scheren sich nicht um Etiketten. Dennoch muss man nicht an klischeehaften Darstellungen beider Welten festhalten. War Rubens schließlich nicht auch für sein diplomatisches Geschick bekannt?
 

logo belgian art & diplomacy

 
Leitbild

Die Kunstwerke in den öffentlichen Bereichen der diplomatischen Vertretungen und der Zentralverwaltung unterstützen eine Kernaufgabe des FPS, nämlich die Repräsentation Belgiens. Sie schaffen ein Bild von Belgien und fördern den kulturellen Dialog. Sie tragen zu einer dynamischen Arbeitsatmosphäre bei, schärfen den kritischen Geist und schaffen Möglichkeiten zur geistigen Entfaltung. Sie bieten eine Reflexion über die sich ständig verändernde Welt. Sie helfen, die Werte des Auswärtigen Amtes zu fördern, wie Respekt, Kommunikation, Transparenz, Professionalität und Nachhaltigkeit. Durch das Angebot einer vielfältigen, zeitgenössischen Palette künstlerischer Talente, die über nationale Grenzen und nationale Identität hinausgeht, stellt die Kunstsammlung eine Verbindung zur realen Welt her. Der FÖD Auswärtige Angelegenheiten will mit den Kernaufgaben des Sammlungsmanagements und einem Platz in der globalen Kunstlandschaft punkten, als verlässlicher, professioneller Partner mit einem scharfen Profil und seiner Sammlung als starker Marke.

 
Positionierung, Sammlungsprofil und Zusammenarbeit

Die Kunstsammlung des FÖD Auswärtige Angelegenheiten kann als halböffentliche Unternehmenssammlung beschrieben werden, die für jedermann zugänglich ist. Es ist eine Sammlung, die Teil des belgischen Staates ist. Die Sammlung gehört neben die Sammlungen anderer föderaler Ministerien und föderaler wissenschaftlicher Einrichtungen, sammlungsverwaltender Institutionen (Parlamente, Universitäten, Königlicher Palast, etc.), Unternehmenssammlungen (Finanzinstitute), Museen und Kunstzentren. Die Verwaltung der Sammlung ist am ehesten mit der der Außenministerien anderer Länder vergleichbar. Hier sind ein paar Beispiele: Irland; Italien; die Niederlande; Vereinigtes Königreich; US State Department

 
Verwaltung der Sammlung

Das Management der Kunstsammlung konzentriert sich auf vier Kernaufgaben: Inventarisierung & Dokumentation, Sammeln, Konservierung und Restaurierung und schließlich die Präsentation. Die Politik wird von Brüssel, genauer gesagt von der Abteilung für Kunsterbe, definiert.

 
Sammlungspolitik

Die Sammlung hat sich seit der Gründung des belgischen Staates im Jahr 1830 organisch aufgebaut. Seitdem, und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, wurden diplomatische Vertretungen im Ausland eröffnet. Heutzutage sind etwa 240 Gebaude über die ganze Welt verstreut.

Das Kunsterbe umfasst mindestens 4500 Werke, etwa 600 Gemälde, etwa 500 Wandteppiche, etwa 3000 Arbeiten auf Papier und etwa 200 Skulpturen, vom 16. Jahrhundert bis heute. In jüngerer Zeit sind weitere Medien hinzugekommen, wie Fotografie, Mischtechniken, Installationen und Videos sowie In-situ-Arbeiten. Fast alle Kunstwerke sind dauerhaft ausgestellt. Manchmal kommen sie vorübergehend zur Restaurierung oder zum Versand an einen anderen Ort nach Brüssel. Die Neuerwerbungen konzentrieren sich auf zeitgenössische Kunst, hauptsächlich belgische Kunst sowie - nach Prospektion - lokale Künstler. Sie arbeiten auf Projektbasis. Das externe Kunstankaufs- und Beratungskomitee, das sich aus externen Experten und internen Mitgliedern der Organisation zusammensetzt, spielt sowohl in der Prospektion als auch in der Validierungsphase eine Rolle. Das Endergebnis sind die "kuratierten Botschaften und Residenzen". Um eine Vorstellung von der Sammlung zu bekommen, folgen die Namen von 100 zeitgenössischen Künstlern, deren Werke in der Sammlung des FÖD Auswärtige Angelegenheiten enthalten sind:

Francis Alÿs - Nobuyoshi Araki - Carla Arocha-Abel Auer - Virginie Bailly - Sammy Baloji - Charlotte Beaudry - Charif Benhelima - Marcel Berlanger - Lieve Blancquaert - Guy Bleus - Delphine Boël - Sébastien Bonin - Mon Colonel & Spit - Berlinde De Bruyckere - Celine Butaye - Patrick Van Caeckenbergh - Sarah Carlier - Fia Cielen - David Claerbout - Sara Conti - Delphine Deguislage - Carl De Keyzer - Edith Dekyndt - Colin Delfosse - Ronny Delrue - Wim Delvoye - Alfred d’Ursel - Fred Eerdekens - Hadassah Emmerich - Thierry Falisse - Michel François - Lara Gasparotto - Kaif Ghaznavi -Tina Gillen - Shilpa Gupta - Mona Hatoum - Kati Heck - Ann Veronica Janssens - Viviane Joakim - Reina Saina Kallat - Nikita Kadan - Eddy Kamuanga Ilunga - Anish Kapoor -Marin Kasimir - Jean Katambayi Mukendi - Anne-Mie Van Kerckhoven - An-Sofie Kesteleyn - Aglaia Konrad - Sophie Kuijken - Marie-Jo Lafontaine - Sophie Langhor - Corinne Lecot - Elisabeth Lecourt - Namsa Leuba - Emilio Lopez Menchereo - Mark Luyten - Sarah Van Marcke - Cécile Massart - Michäel Matthys - Marcelo Moscheta - Aimé Mpane - Johan Muyle - Maryam Najd - Otobong Nkanga - Aimé Ntakayica - Sophie Nys - Hans Op de Beeck - Goedele Peeters - Max Pinckers - Marina Pinsky - Tinka Pittoors - Benoît Platéus - Marie-Françoise Plissart - Bernard Queeckers - Kelly Schacht - Georges Senga - Stefan Serneels - Helmut Stallaerts - Bart Stolle - Elly Strik - Walter Swennen - Johan Tahon - Pascale Marthine Tayou - Ana Torfs - Luc Tuymans - Sarah Vanagt - Koen van den Broek - Maarten vanden Eynde - Carole Vanderlinden - Catherina Van Eetvelde - Rinus Van De Velde - Yves Velter - Angel Vergara - Pieter Vermeersch - Katrien Vermeire - Ana Vester - Leen Voet - Jeff Wall - Sophie Whettnall

 
Ausstellungspolitik

Der Egmont-Palast ist ein noch unbekanntes Juwel im kulturellen Herzen der belgischen Hauptstadt, nur einen Steinwurf von den Königlichen Museen der Schönen Künste, dem Bozar, dem Königlichen Palast und dem Kleinen Sablon entfernt.  

Seit 2012 werden in diesem Palast anlässlich des belgischen Nationalfeiertags am 21. Juli Sommerausstellungen organisiert. Diese Ausstellungen sind für die Allgemeinheit frei zugänglich und haben ein sehr vielfältiges Angebot. Jedes Mal ziehen sie rund 5.000 Besucher an, 2015 sogar bis zu 12.000, darunter Kulturerbe-Enthusiasten, Kunstliebhaber, Brüssel-Begeisterte, Touristen sowie zufällige, neugierige Passanten.

Diese Ausstellungen werden vom internen Kunstkomitee, dem "kunstcomitéd'art", und dank der Hilfe von verschiedenen Diensten und Freiwilligen realisiert.
 

logo kunstcomitéd’art

 
Letzte Sommerausstellungen Egmont-Palast

 
Publikationen

 
Soziale Medien

 
Fragen?

art@diplobel.fed.be