Piraterie

 

Seeräuber, so wie wir sie heute kennen, überfallen nicht nur Handelsschiffe und Fischereifahrzeuge, sondern auch Kreuzfahrtschiffe und andere Vergnügungsschiffe. Diese Piraten greifen insbesondere Schiffe an, die nicht sehr schnell fahren und somit leicht zu entern sind. Dabei spielt es keine Rolle, unter welcher Flagge diese Schiffe fahren. Seeräuberische Vorfälle gehen häufig mit Gewalt einher, da die Piraten bei ihren Überfallen auch von Schusswaffen und sogar von Raketenwerfern Gebrauch machen. Die Schiffe werden sowohl in der Nähe von Häfen als auch auf offener See angegriffen. Ziel der Piraten ist es, die Kontrolle des Schiffs zu übernehmen und danach entweder die Ladung oder einen Teil der Ladung zu plündern oder auch für das Schiff und seine Besatzung Lösegeld zu fordern. Manchmal ist die Besatzung mehrere Wochen oder sogar mehrere Monate in den Händen der Seeräuber. Im Indischen Ozean (Golf von Aden, Somali-Becken, Mündung der Straße von Mosambik bis zum Seychellen-Archipel) ist die Geiselnahme der Besatzung von Handels- und Vergnügungsschiffen bereits gang und gäbe geworden.

2008 hat die Internationale Seeschifffahrtsorganisation weltweit 293 seeräuberische Vorfälle mit Gewaltanwendung gezählt.

 
Allgemeine Ratschläge

Seefahrer sollten:

  • sich vor einer Seefahrt oder Überfahrt bei den Botschaften und Konsulaten sowie bei den Hafenbehörden und Seeschifffahrtsämtern informieren;
  • sicherstellen, dass alle Kommunikationsmittel (Funk, Satellit, …) und elektronischen Ausrüstungsgegenstände (GPS, Radar, …) problemlos funktionieren;
  • eine Kontaktperson informieren, die an Land bleibt und ein Dokument mit der vorgesehenen Fahrtroute erhält, diese Person regelmäßig über die aktuelle Position informieren, mit dieser Person festlegen, wann der nächste Kontakt aufgenommen wird, und ihr klare Anweisungen geben, in welchem Fall sie die Behörden informieren soll;
  • dafür sorgen, dass ständig eine Wache patrouilliert, die gegebenenfalls vor angreifenden Seeräubern warnt;
  • so weit wie möglich vermeiden, in der Nähe potenzieller Gefahrenzonen vor Anker zu gehen;
  • nächtliche Kabotage und Alleinfahrten so weit wie möglich vermeiden;
  • in unsicheren Häfen für Wachpersonal sorgen.

Weitere Informationen erhalten sie auf den Internetseiten der internationalen Seeschifffahrtsorganisation und der Internationalen Handelskammer.