Brief des Außen- und Verteidigungsministers an die Belgier im Ausland

Liebe Mitbürger,

Gemeinsam stehen wir vor einer Situation, die in unserer jüngsten Geschichte beispiellos ist. Die COVID-19/Coronavirus-Pandemie, die jetzt Europa und die ganze Welt betrifft, erfordert drastische, aber unverzichtbare Maßnahmen.

Am 17. März hat der Nationale Sicherheitsrat unter dem Vorsitz von Premierministerin Sophie Wilmès neue, strengere Maßnahmen getroffen, die in ganz Belgien gelten, wie z. B. die Schließung nicht notwendiger Geschäfte (mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften, Apotheken, usw.), ein Versammlungsverbot, die Beschränkung von Reisen innerhalb und außerhalb des Landes auf das unbedingt Notwendige, die vorrangige Behandlung von Telearbeit und so weiter. Auf diese Weise will die belgische Regierung die Verbreitung des Virus verhindern.

Die belgische Regierung hat sich in Abstimmung mit ihren europäischen Partnern bereit erklärt, die Grenzen des Schengen-Raums, einschließlich des Vereinigten Königreichs, zu schließen.

Dies sind außergewöhnliche Maßnahmen.

Wir müssen uns dessen bewusst sein, dass die einzige Möglichkeit, das schnelle Fortschreiten der Pandemie in Belgien und anderswo in der Welt zu bekämpfen und zu verzögern, darin besteht, unsere Reisen und physischen Interaktionen auf das strikte Minimum zu beschränken.

Wie ich bereits sagte, stehen wir vor einer Ausnahmesituation, die jedoch mit Ernst, Geduld und Solidarität bewältigt werden muss. In diesem Sinne möchte ich einiges klären:

Zunächst einmal für unsere belgischen Mitbürger, die sich derzeit vorübergehend im Ausland aufhalten: Sie können natürlich nach Belgien zurückkehren. Ich fordere sie auf, rasch Vorkehrungen zu treffen und sich zuerst mit ihrem Reiseveranstalter, Reisebüro oder ihrer Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen. Immer mehr Länder ergreifen - oft sehr kurzfristig - Maßnahmen, um die Flüge nach Belgien zu unterbrechen. Um eine rasche Rückkehr nach Belgien zu gewährleisten, müssen die notwendigen Schritte unternommen werden. Meine Dienststellen bemühen sich dann auch, Lösungen zu finden, wenn keine kommerziellen Verbindungen verfügbar sind. Ich kann Ihnen versichern, dass dies unsere höchste Priorität ist. Um uns bei diesen Schritten zu helfen, lade ich alle ein, sich auf unserer Website zu registrieren: www.travellersonline.diplomatie.be. Dadurch können sich die Konsulardienste in direktem Kontakt stellen mit denjenigen, die sich im Ausland befinden, um sie bestmöglich zu informieren.

Zweitens fordere ich die Belgier, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des EU-Gebiets haben, auf, ihre Reisen innerhalb der nächsten 30 Tage zu beschränken. Wie bereits erwähnt, ergreifen immer mehr Länder Quarantänemaßnahmen oder schließen ihre Grenzen, sodass das Überschreiten der Grenzen nicht mehr gewährleistet ist.

Wie üblich, aber insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung dieser Pandemie, erinnere ich diejenigen im Ausland daran, die Empfehlungen der lokalen Behörden gewissenhaft zu befolgen.

Ich habe unsere Botschaften und Konsulate gebeten, den Belgiern innerhalb ihrer Zuständigkeitsbereiche mehr denn je zur Verfügung zu stehen. Wir haben auch ein Callcenter beim FÖD auswärtige Angelegenheiten in Brüssel eröffnet, das unseren Landsleuten im Ausland täglich von 09.00 bis 20.00 Uhr via 02/501 4000 zur Verfügung steht.

Die Reisehinweise, die auf der Website des FÖD auswärtige Angelegenheiten verfügbar sind, werden sehr regelmäßig aktualisiert, und zwar pro Land und entsprechend der Entwicklung der Situation. Ich lade Sie ein, sie so oft wie möglich zu konsultieren.

Ich danke Ihnen und betone noch einmal mein Engagement, das der Premierministerin Sophie Wilmès, das der gesamten Regierung und das meiner Verwaltung bei der Unterstützung unserer Landsleute im Ausland.

Philippe GOFFIN
Minister für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung