Staatsbesuch im Großherzogtum Luxemburg vom 15. bis zum 17. Oktober #BELUX2019

Ihre Majestäten der König und die Königin der Belgier reisen vom 15. bis zum 17. Oktober 2019 zu einem Staatsbesuch in das Großherzogtum Luxemburg. Sie werden begleitet vom Vizepremierminister und Minister für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigungsminister Didier Reynders, den Minister-Präsidenten der Regionen und Gemeinschaften und einer Delegation von insgesamt 200 hochrangigen Beamten, CEO und Vertretern von akademischen Institutionen und belgischen Medien. Die meisten Aktivitäten werden in Luxemburg-Stadt stattfinden, ein Besuch an die drei Regionen im Norden, Süden und Westen des Großherzogtums stehen aber auch auf dem Programm.

Belgien und Luxemburg pflegen seit langem eine sehr enge Freundschaft und unterhalten auch starke politische, wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Beziehungen. Der Staatsbesuch bietet daher die Gelegenheit, diese vielfältigen Bindungen zu unterstreichen und die engen Beziehungen noch mehr Kraft zu verleihen. Der vorherige Staatsbesuch fand im März 1994 statt, als König Albert II. und Königin Paola in das Großherzogtum reisten. König Philippe und Königin Mathilde waren im Dezember 2013 zum ersten Mal zu einem offiziellen Besuch in Luxemburg.

Drei Tage lang werden politische Kontakte auf höchster geknüpft und Sachkenntnisse ausgetauscht werden und wird die wirtschaftliche, akademische und kulturelle Zusammenarbeit gefördert werden. Auf belgischer Seite nehmen einige belgische Ministerpräsidenten zum ersten Mal an einem Staatsbesuch teil.

 

Einige Höhepunkte des Besuchs:

  • Offizielle Begrüßungsfeier am Großherzoglichen Palast
  • Gespräche mit dem Premierminister, Herrn Xavier Bettel; dem Minister für auswärtige Angelegenheiten, Herrn Jean Asselborn und dem Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Herrn Fernand Etgen.
  • Gedenkfeier am Monument National de la Solidarité Luxembourgeoise.
  • Spaziergang des Königspaares im Zentrum von Luxemburg-Stadt und Kontakt mit der belgischen Gemeinschaft, gefolgt von einer akademischen Sitzung im Rathaus.
  • Besuch des Militärzentrums in Diekirch
  • Veranstaltungen zur Förderung von Investitionen und Handel im Rahmen der Zusammenarbeit in Sachen Raumfahrt, Finanztechnologie und nachhaltiges Bauen.
  • Eine Reihe kultureller, akademischer und sozialer Aktivitäten mit den Schwerpunkten medizinische Innovation, neue Formen des Lernens, audiovisuelle Zusammenarbeit und die Geschichte der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien.

 

I/ Historische Partner auf internationaler Ebene

Belgien und Luxemburg haben starke historische Bindungen, die seit Beginn des
20. Jahrhunderts mit mehreren Annäherungsabkommen bekräftigt wurden, zum Beispiel im Jahr 1921 mit der Gründung der Belgisch-Luxemburgischen Wirtschaftsunion, die schließlich zu einer noch intensiveren Zusammenarbeit und zur Gründung der Benelux (1948) führte.

Belgien und Luxemburg waren Mitbegründer vieler internationaler Institutionen und sind bis heute die treibende Kraft hinter neuen Entwicklungen innerhalb dieser internationalen Strukturen: Europarat, EU, NATO, UN, … In diesen Foren verteidigen beide Länder oft eine gemeinsame und koordinierte Position. Auf der internationalen Bühne setzen Belgien und Luxemburg sich für gemeinsame Werte wie Demokratie, Freiheit, Menschenrechte und internationale Zusammenarbeit ein. Beide Länder sind starke Verfechter des Multilateralismus auf der Grundlage des UN-Systems und eines starken europäischen Engagements.
 

II/ Besondere (familiäre) Bindungen

Es gibt eine geografische Nähe zwischen Belgien und Luxemburg, aber beide Länder stehen sich auch sonst sehr nahe. Dies ist natürlich auf eine teilweise gemeinsame Geschichte und familiäre Bindungen zwischen den beiden Königshäusern zurückzuführen. Großherzog Jean heiratete 1954 Prinzessin Josephine-Charlotte von Belgien, die ältere Schwester von König Baudouin und Albert II. 2012 wurde die Hochzeit von dem Thronfolger Guillaume und der belgischen Gräfin Stéphanie de Lannoy gefeiert.

Darüber hinaus besteht ein gemeinsamer Werterahmen, der in den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen sowie im Alltag zum Tragen kommt. Im Laufe der Jahre sind Belgien und Luxemburg privilegierte Partner geworden, die beide entschlossen einen modernen und integrativen Ansatz verfolgen und sich auf Wirtschaftssektoren der Zukunft (Digitalisierung, Nachhaltigkeit, …) konzentrieren. Des Weiteren haben sie eine gemeinsame Vision von der Entwicklung der Gesellschaft (Geschlechterperspektive, Diskriminierungsverbot,…).

Dies führt zu einem regen Austausch zwischen den politischen Behörden auf allen Ebenen, der auch auf Verwaltungsebene seine Fortsetzung findet, wo zahlreiche Synergien in verschiedenen Bereichen geschaffen wurden, von der polizeilichen Zusammenarbeit bis hin zur Berufsausbildung,…

Luxemburgische Offiziere werden an der Königlichen Militärschule in Brüssel ausgebildet, aber die militärische Zusammenarbeit reicht noch weiter und bezieht sich auch auf den Kauf von Material, gemeinsame Operationen vor Ort (Sahel) und die Benutzung der belgischen Ausbildungslager durch die luxemburgische Armee.

Außer dem Königshaus haben noch viele andere Landgenossen eine besondere (familiäre) Bindung zu Luxemburg. So sind zum Beispiel 24.000 Belgier (3% der Gesamtbevölkerung in Luxemburg) bei unserer dortigen Botschaft eingetragen und pendeln täglich 46.000 Belgier nach Luxemburg zur Arbeit. Die Anwesenheit dieser großen belgischen Gemeinschaft und die vielen gemischten Ehen fördern das Gemeinschaftsgefühl unter beiden Ländern.
 

III/ Wirtschaftsbeziehungen - Starke Handelspartner

Der Staatsbesuch soll natürlich nicht nur die politischen und familiären Kontakte stärken, sondern auch die gegenseitige wirtschaftliche Befruchtung fördern, bestehende Beziehungen stärken und neue wirtschaftliche Möglichkeiten aufzeigen. Laut den neuesten Handelsstatistiken ist Luxemburg der elftgrößte Exportmarkt für Belgien mit einem Exportwert von 6,4 Milliarden Euro oder 1,7 % unserer Gesamtexporte. Mit einem Importwert von 2,1 Milliarden Euro oder 0,6 % unseres Gesamtimports steht Luxemburg auch auf Platz 30 der wichtigsten Lieferanten Belgiens.

Die wichtigsten Waren, die Belgien nach Luxemburg exportiert, sind chemische Erzeugnisse, Maschinen und Transportmittel sowie Kunststoffe. Luxemburg wiederum exportiert hauptsächlich optische Instrumente, Metalle und chemische Produkte.

Belgische Unternehmer sind vom luxemburgischen Investitionsklima sehr begeistert. Der Industrie- und Bausektor (Besix, DEME, …) aber auch der Finanzsektor mit Akteuren wie Degroof Petercam, Delen, Keytrade etc. ist auf dem luxemburgischen Markt sehr präsent. Auch der belgische Vertriebssektor (Delhaize, Colruyt etc.) und die Telekommunikation (Telindus) finden den Weg nach Luxemburg. Bekannte luxemburgische Investoren in Belgien sind Arcelor Mittal und SES (Société Européenne des Satellites).

Technologische Innovation ist einer der wichtigsten Aspekte der zukünftigen Zusammenarbeit zwischen belgischen und luxemburgischen Unternehmen. Die drei Regionen (Flandern, Wallonie und Brüssel) werden mit einer Reihe wichtiger Partner in innovativen Bereichen wie Fintech, Raumfahrt und Ökobau verschiedene Investitions- und Handelsförderungsaktivitäten organisieren.

Luxemburg hat eines der höchsten Lebensniveaus der Welt, unter anderem dank einer sehr erfolgreichen Diversifizierungspolitik von der Stahlindustrie über den Finanzsektor in den 1970er Jahren bis hin zu IKT (Fintech), Logistik, Gesundheitswissenschaften und Umwelttechnologien. Bereiche, auf die sich auch Belgien konzentriert und in denen Synergien möglich sind.
 

IV / Akademischer, kultureller und persönlicher Austausch

Traditionell nehmen belgische Universitäten und Hochschulen eine große Anzahl luxemburgischer Studierender auf. 2016 haben mehr als 7.000 Luxemburger in Belgien studiert, hauptsächlich in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Ingenieurwesen. Dies schafft natürlich Bindungen für das Leben zwischen diesen Studierenden und unserem Land.

Darüber hinaus besteht eine intensive Zusammenarbeit zwischen den belgischen Universitäten und der Universität Luxemburg (Uni.lu). Im Hinblick auf den Austausch von Studierenden, Forschenden und akademischen Projekten wurden zahlreiche Vereinbarungen getroffen. Auch während dieses Staatsbesuchs reist eine große akademische Delegation mit und es werden zahlreiche Kontakte und Seminare zu medizinischen Innovationen und neuen Lernformen organisiert.

Im kulturellen Bereich liegt der Schwerpunkt vor allem auf dem audiovisuellen Sektor, in dem die bereits erfolgreiche Zusammenarbeit in Zukunft weiter ausgebaut wird.
 

V / Gemeinsam an den Herausforderungen von morgen arbeiten

In diesen schwierigen Zeiten internationaler Spannungen, in denen der Multilateralismus und die daraus resultierenden großen politischen Gleichgewichte infrage gestellt werden, bietet dieser Staatsbesuch die Gelegenheit, unser gemeinsames Engagement für die internationale Zusammenarbeit zum Wohle der kommenden Generationen zu unterstreichen.

Belgien und Luxemburg stehen vor den gleichen Herausforderungen, wenn wir für die vierte industrielle Revolution gerüstet sein wollen: Digitalisierung, Cybersicherheit, Weltraumtechnologie, Nachhaltigkeit, Mobilität, leistungsstarkes Unterrichtswesen für die Arbeitsplätze von morgen, … Alles Themen, die im eigenen Land das Tagesgeschehen beherrschen und über die die belgischen und die luxemburgischen Partner in den kommenden Tagen ein ausführliches Gespräch führen und gemeinsam kreative Lösungen erarbeiten, bewährte Verfahren austauschen und so die bilaterale Zusammenarbeit weiter vorantreiben werden.

 
Das vollständige Programm und alle nützlichen Informationen zum Staatsbesuch finden Sie unter www.belgianstatevisit.be. Während des Staatsbesuchs kann das Programm in den sozialen Medien mit dem Hashtag #BELUX2019 verfolgt werden.