Praktikum

Praktikum und Abschlussprüfung

Die Bewerber, die die Auswahlprüfung bestanden haben, werden der Reihenfolge nach in die Liste der Reserve für spätere Einstellungen aufgenommen, bis alle Plätze besetzt sind (die Anzahl der Plätze wird für jede Auswahlprüfung im Voraus festgelegt). Abhängig vom Personalbedarf und unter Berücksichtigung der Reihenfolge auf der Liste werden die erfolgreichen Bewerber des jeweiligen Jahrgangs dann ersucht, ihr zweijähriges Praktikum anzutreten. 

Die Attachéanwärter für den Bereich internationale Zusammenarbeit erhalten während ihres Praktikums eine Ausbildung, durch die sie auf ihre Funktionen und Aufgaben in der Zentralverwaltung, in einem Partnerland oder an einer belgischen Vertretung bei einer oder mehreren internationalen Organisation(en) vorbereitet werden sollen. Die Praktikanten werden nach Besoldungsstufe A11 vergütet.

Das Praktikum wird unter Aufsicht eines Praktikumsleiters absolviert. Das Praktikumsprogramm ist in 3 Phasen unterteilt, deren Länge sich abhängig vom Praktikumskalender und den Einsätzen der Diplomaten im Ausland oder in Brüssel leicht voneinander unterscheiden kann.

Die Praktika der letzten Jahrgänge wurden beispielsweise nach dem folgenden Schema organisiert:

- Eine erste etwa 12-monatige Praktikumsphase in Brüssel, in der die Anwärter eine Intensivausbildung mit verschiedenen Modulen durchlaufen: Unterricht, Vorträge, Erwerb von Literaturkenntnissen, individueller Kenntniserwerb (der mit der Ausarbeitung einer Präsentation oder der Abfassung von Berichten abgeschlossen wird), Teilnahme an Studientagen oder Konferenzen, Besichtigungen und Studienreisen. Diese Aktivitäten werden mithilfe der Mitarbeiter des FÖD und des Ausbildungsinstituts der Föderalverwaltung sowie mithilfe externer Experten organisiert. Daneben werden auch in den Generaldirektionen und betreuenden Direktionen des FÖD Ausbildungsmodule organisiert, durch die die Praktikanten mit der Funktionsweise und den Arbeitsmethoden des Dienstes vertraut gemacht werden sollen. Die Module dieser ersten Ausbildungsphase werden teilweise (3 oder 4 Monate) gemeinsam mit den Praktikanten, die die Diplomatenlaufbahn anstreben, durchlaufen.

Die Themen, die bei dieser Ausbildung behandelt werden, umfassen die folgenden elf Bereiche:

  • Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung;
  • Soziologie und Anthropologie in Verbindung mit der internationalen Zusammenarbeit;
  • Wirtschaft der Entwicklung;
  • Internationale Institutionen, die im Bereich der internationalen Zusammenarbeit tätig sind, ihre Organisation und ihre Funktionsweise;
  • Europäisches Zusammenarbeitsprogramm: Strukturen, Organisation, Politik;
  • Strukturen und Aktivitäten des Föderalen Öffentlichen Dienstes Auswärtige Angelegenheiten, Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit und der Generaldirektion für Entwicklungszusammenarbeit im Besonderen;
  • Funktionen und Aufgaben des Attachés für internationale Zusammenarbeit;
  • Integrierte Verwaltung der Prozesse des Zyklus der Zusammenarbeitsmaßnahmen;
  • Verwaltungsvertrag mit der Belgischen Technischen Zusammenarbeit, einer Aktiengesellschaft mit sozialer Zielsetzung;
  • Verwaltungs-, Sitzungs- und Verhandlungstechniken; Berichterstattung;
  • Haushalt und öffentliches Auftragswesen.

- Die zweite Praktikumsphase, die im Allgemeinen 10 bis 11 Monate (Urlaub mit eingeschlossen) dauert, besteht aus einem Praxisaufenthalt an einer diplomatischen Vertretung in einem Partnerland, wo der Praktikant aktiv in das Tagesgeschehen des Zusammenarbeitsbüros eingebunden wird, ihm aber dennoch die erforderliche Zeit bleibt, um einige Themen zu vertiefen. Durch diese erste Entsendung wird dem Praktikanten auch die Möglichkeit geboten, sich ein genaues Bild vom Leben an einer Vertretung zu machen und mit Hinblick auf seine Laufbahn einen endgültigen Beschluss zu treffen. Der Föderale Öffentliche Dienst Auswärtige Angelegenheiten behält sich jedoch das Recht vor, nach dieser ersten Entsendung den Bewerber in Bezug auf seine Kompetenzen zur Ausübung der Funktion des Attachés für internationale Zusammenarbeit zu bewerten und ihn betreffend eine Entscheidung zu treffen.
Zu diesem Zweck verfasst der für den Praktikanten verantwortliche Praktikumsleiter vor Ort vierteljährliche Beurteilungsberichte.

- Während der dritten Praktikumsphase, die etwa 6 Wochen dauert, werden die oben genannten Themen noch einmal durchgegangen und eventuell, als Vorbereitung auf die Abschlussprüfung, zusätzliche Seminare zu aktuellen Themen im Bereich der internationalen Zusammenarbeit angeboten. 

Die Abschlussprüfung wird nach Abschluss des zweijährigen Praktikums organisiert. Sie besteht aus zwei Teilprüfungen:

  • aus einer schriftlichen Teilprüfung, bei der die Kompetenzen des Praktikanten, der die Laufbahn des Attachés für internationale Zusammenarbeit einschlagen möchte, überprüft werden. Sie zielt darauf ab, die Fähigkeit des Praktikanten zu bewerten, seine allgemeinen und fachlichen Kenntnisse in den elf oben genannten Themenbereichen, die das Praktikumsprogramm ausmachen, in der Praxis anzuwenden, sowie ein damit verbundenes Thema in seinem Zusammenhang und sachkundig zu behandeln.  Dauer: 3 Stunden.
  • aus einer mündlichen Teilprüfung vor einer Jury, bei der die Fähigkeiten und Kompetenzen des Praktikanten bewertet werden, insbesondere seine Fähigkeit, seine Kenntnisse in den elf Themenbereichen des Programms auf die praktische Arbeit eines vor Ort tätigen Attachés für internationale Zusammenarbeit zu übertragen. Dauer: ca. 45 Minuten.
  • Die Prüfungskandidaten haben bestanden, wenn sie bei jeder Teilprüfung mindestens 10 von 20 Punkten und für die gesamte Abschlussprüfung mindestens 24 von 40 Punkten erreicht haben.

Weitere Informationen über den Inhalt der Funktion erhalten Sie bei:
B. Pierre
Dienst Praktikum und Ausbildung
Tel.: 02/501.86.24.